Über Geld redet man nicht. Man hat es. Ausser man war 4 Wochen auf Nordlandreise, dann hat man keines mehr.
Zum Glück habe ich italienisch-irisch-schweizerische Wurzeln, ansonsten würde ich ja einen riesen Fauxpas durch die Offenlegung der Finanzen generieren.
Da man dort oben praktisch alles mit der Kreditkarte zahlen kann, ist es relativ einfach, eine Kostenzusammenstellung zu machen.
Alles ist in Schweizer Franken umgerechnet, in Euro müsst ihr selber umrechnen, ich kann mich hier nicht um alles kümmern.

Hier die Fakten

Insgesamt habe ich 5094 Franken ausgegeben, was ungefähr 196 Franken pro Tag ausmacht.
Da ist alles drin: Benzin, Verpflegung, Unterkunft, Vergnügen, Trinkgelder. Nur die Reparatur der mit Inkontinez geplagten Diva ist nicht inkludiert.
Für 26 Tage finde ich es in Ordnung. Eine anständige Pauschalreise über diese Dauer ist auch nicht günstiger.

Benzin

Total: 1017 Franken / 39 Franken pro Tag
Einsparpotential 1:
Statt Bleifrei 98 wenn immer möglich nur Bleifrei 95 tanken. Dies würde bei 431 Liter und einer Preisdifferenz von ca. 19 Rappen pro Liter knapp 80 Franken machen.
Aber ich schlafe ja auch lieber im Hotel, also darf meine Saufgurgel auch Ansprüche stellen.
Realisierbarkeit: einfach

Einsparpotenzial 2:
Weniger Gepäck mitnehmen. 57 kg Gepäck war ganz schön viel. Und immer das be- und entladen der Diva. 20 kg weniger wäre wahrscheinlich locker gegangen. Aber auch hier, Bequemlichkeit hat seinen Platz, und eigentlich wäre das Gepäck ja im Captur mitgefahren. Aber beim nächsten Mal ist es definitiv weniger.
Realisierbarkeit: mittel

Einsparpotenzial 3:
Abnehmen! Wenn mein Adoniskörper auch noch das Normgewicht einhalten würde, wären auf einen Schlag ein paar Kilogramm weniger zum rumwuchten. Weitere Details kann ich aus Datenschutzgründen nicht nennen.
Realisierbarkeit: Ich arbeite seit 30 Jahren daran.

Einsparpotenzial 4:
Das Motorrad wechseln. Weniger Hubraum (könnte problematisch werden; siehe Einsparpotenzial 2 und 3), ein leichteres Bike oder die Kombination von beidem würde den Benzinverbrauch auch senken.
Realisierbarkeit: Niemals! Vergesst es! Wer will schon einen inkontinenten Pflegefall übernehmen.

Fähren (inkl. Autozug)

Total: 1166 Franken / 45 Franken pro Tag
Inkludiert ist auch die «grosse» Fähre Travemünde – Helsinki (nur die Passage ohne Mahlzeiten, die sind unter Verpflegung gelistet).
Einsparpotenzial:
Hallo? Dafür fährt man hoch. Wenn ich auf der E6 fahren will um Fährkosten zu vermeiden, kann ich auch auf einer Hauptstrasse in Westeuropa rumtingeln.
Dem entsprechend habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Unterkunft

Total: 1253 Franken / 48 Franken pro Tag
Einsparpotenial:
Statt in Hotels, AirBnB und Hütten immer Zelten. Bei einem geschätzten Preis von 25 Franken pro Nacht im Zelt und 24 Übernachtungen macht dies etwa 600 Franken, also rund 653 Franken günstiger. Wenn man dazu noch auf der Finnlines nur die Deckpassage bucht, spart man nochmals 170 Euro.
Die Differenz kann aber auch klein sein, der teuerste Zeltplatz war knapp 39 Franken pro Nacht, das günstigste AirBnB genau gleich teuer. Dafür mit eigener Waschmaschine, 3 Zimmern und einen eigenem Badezimmer. Eigentlich war ja die ganze Wohnung für mich.
Realisierbarkeit: Nur wenn ich dazu gezwungen werde, z.B. von Dieter und Hartmut. Meine Ansichten über das Übernachten im Zelt könnt ihr hier und hier nachlesen. Und schliesslich habe ich Urlaub. Wenn ich einen Abenteuerurlaub buchen will fahre ich mit der deutschen Bahn.

Verpflegung

Total: 857 Franken / 33 Franken pro Tag
Einsparpotenzial:
Selber kochen ist am günstigsten. Vor allem wenn man seinen persönlichen Hartmut äh Koch dabei hat. Aber schliesslich muss ich Zuhause auch immer kochen und möchte den Urlaub geniessen.
Andererseits war die Auswahl auf dem Lande ja mehr als bescheiden. Darum war es ja auch nicht so teuer.
Jetzt ist mir auch klar warum ich in diesem Urlaub abgenommen habe. Übrigens das erste mal. Vielleicht sollte ich jedes Jahr hochfahren? Dann wäre ich in Sachen Gewichtsreduktion weiter gekommen als in den letzten 30 Jahren.
Realisierbarkeit: Ich habe ja bereits abgenommen. Was wollt ihr mehr.

Ausflüge

Total: 698 Franken / 27 Franken pro Tag
Einsparpotenzial:
Das whale watching und das Königskrabbenessen waren der grösste Happen. (Also geldmässig, die Krabben waren aber auch ein schöner Happen.)
Vergnügen muss sein! Wale sehe ich in den Schweizer Seen nur wenig, Königskrabben frisch gefangen ebenfalls. Darum weine ich dem Geld keine Träne nach.
Realisierbarkeit: Warum sollte ich mich noch mehr kasteien? Ich habe ja bereits mehrmals im Zelt übernachtet.

Zusammenfassung

Alles gut. Ich bin bereits seit einem Monat wieder am arbeiten, aber noch nicht wieder gestresst.
Es hat sich gelohnt!
Die schönen und zum Teil einsamen Landschaften waren eine Bereicherung.
Die Fahrten mit Dieter, Hartmut und Paul spannend, abwechslungsreich sowie unterhaltsam.
Die Herausforderungen (Inkontinenz, Reh, Zelt, interkulturelle Unterschiede (Deutsch – Schweiz, HTG – Moto Guzzi)) waren nicht wirklich herausfordernd. Eher wie eine junge Stechmücke, die um einen rumschwirrt, nervt, aber noch nicht stechen kann.

In diesem Sinne:
Machts gut, Daniele

3 thoughts on “Buchhaltung

  1. Moin Daniele

    Zitat: «Wenn ich einen Abenteuerurlaub buchen will fahre ich mit der deutschen Bahn.»

    genau so ist es…………….. und wenn ich mir ein Hotel (bzw. ein richtiges Bett) im Urlaub nicht leisten kann, bleibe ich daheim……….

    Einen schönen Gruß von der dänischen Grenze
    Rolf

  2. Ein Schweizer, der über hohe Kosten woanders jammert, au weh! Was sollen wir rest-europäischen Normalverdiener dann sagen?? Aber du hast ja die Einsparpotenziale schon erkannt. Lassen wir mal das Moped/Töff weg, das ist emotional. Man spart ja auch nicht an seiner Frau. Aber die Sache mit dem Camping solltest du nochmal überlegen. Gehört für mich zu so einer Reise einfach dazu und auch die Kochabende haben sehr dazu beigetragen. Ist aber natürlich Geschmackssache und das Tratzen wg. deiner Zeltaversion hätte sicher auch gefehlt 🙂
    Bleibt noch die Sache mit den kulturellen Unterschieden. Ja, die waren hart. Nur weil wir die gleiche Sprache sprechen (also irgendwie, zeitweise ähnlich) glaubt man schnell, man sei gleich. Welch ein Irrtum. Nur die Österreicher sind wie die Deutschen. Nur schlimmer 🙂 Am meisten hat mich überrascht, dass der Konsum bestimmter Bewusstsein erweiternder Substanzen in Helvetien offenbar legal ist. Und mit genügend Koffein als Antagonist ist dann auch beim Mopedfahren alles klar. Andere wiederum müssen sich Stoff per Postschiff nachliefern lassen, was ja auch bemerkenswert ist 🙂
    Unterm Strich bleibt eine wunderbare Erinnerung an einen tollen Trip!
    Danke für deinen Blog und die vielen Bilder Daniele! Danke für den Spaß, die gute Laune, die gute Gesellschaft!
    Wir sehen uns.
    Dieter

    1. Hi Dieter, schön das Du dich meldest.

      Jammern gehört doch dazu. Sonst sind es keine richtigen Ferien. 😉 Ich habe halt die Rolle der Frau übernommen.

      «Lassen wir mal das Moped/Töff weg, das ist emotional. Man spart ja auch nicht an seiner Frau. »
      Wohl war!

      «Aber die Sache mit dem Camping solltest du nochmal überlegen. Gehört für mich zu so einer Reise einfach dazu und auch die Kochabende haben sehr dazu beigetragen. Ist aber natürlich Geschmackssache und das Tratzen wg. deiner Zeltaversion hätte sicher auch gefehlt 🙂»
      Und ich fand es gut, dass Ihr mich aus der Komfortzone geholt habt. Schliesslich ist geteiltes Leid halbes Leid. Aber alleine gehe ich dann lieber in ein Zimmer. Aber einwenig Jammern ist immer gut.

      «Bleibt noch die Sache mit den kulturellen Unterschieden. Ja, die waren hart. Nur weil wir die gleiche Sprache sprechen (also irgendwie, zeitweise ähnlich) glaubt man schnell, man sei gleich. Welch ein Irrtum. Nur die Österreicher sind wie die Deutschen. Nur schlimmer 🙂»
      Ich habe Euch immer verstanden (sofern ich wollte). 😛

      » Nur schlimmer 🙂 Am meisten hat mich überrascht, dass der Konsum bestimmter Bewusstsein erweiternder Substanzen in Helvetien offenbar legal ist.»
      Ja, dass mit dem Canabiskonsum ist in der Schweiz speziell. Inwiefern THC-haltiger Stoff «erlaubt» ist (Eigenbedarf, gewisses Gewicht, eigene Anzucht, unterschiedliche Auslegung je nach Kanton/Rennleitung) kann ich dir nicht sagen, da ich weder rauche noch kiffe.
      (Ich habe mich immer aufs Essen konzentriert.
      Was erlaubt ist, ist der sogenannte CDB-Hanf ohne THC(oder nur mit sehr geringem THC-Gehalt (< 1 %)). Unter https://www.ch.ch/de/cannabis/ kann man sich mehr in die Thematik einlesen. Übel riechen tut er genauso wie der THC-haltige Hanf, was die Unterscheidung für die Rennleitung schwierig macht. Geht vor Ort glaube ich immer noch nicht.

      So nun sollte ich wieder arbeiten.

      Ich sehe dich und Du hörst zuerst die Diva
      Daniele

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